Bei der Evaluierung untersuchte art dazu die Rolle von Frauen als Unternehmerinnen in der Landwirtschaft, insbesondere in Bayern, deren Beschäftigungssituation und wirtschaftliche Handeln. Die Studie zeigt auf, wie Männer und Frauen die Förderprogramme nutzen.
Beschäftigungssituation von Frauen in der Landwirtschaft
ca. 9 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern haben eine Betriebsleiterin: Frauen spielen in der bayerischen Landwirtschaft eine bedeutende Rolle, sind jedoch in Führungspositionen stark unterrepräsentiert. Der Anteil weiblicher Arbeitskräfte in der Landwirtschaft bleibt konstant bei etwa 36-38 Prozent, während die Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte seit 1999 signifikant gesunken ist.
34 Prozent der Familienarbeitskräfte und 40 Prozent der Fremdarbeitskräfte sind Frauen. Der Anteil der Frauen unter den Familienarbeitskräften ist leicht rückläufig. Frauen spielen eine zentrale Rolle in der täglichen Betriebsführung und Organisation.
Frauen sind häufig in Teilzeit beschäftigt, während Männer überwiegend Vollzeit arbeiten. Der Anteil der vollbeschäftigten Frauen ist auf 22 Prozent im Jahr 2016 zurückgegangen, was auf die Schließung kleinerer Betriebe und den Trend zu größeren, vollzeitbeschäftigten Betrieben zurückzuführen ist.
Multifunktionale Rollen: Frauen in der Landwirtschaft übernehmen oft mehrere Rollen gleichzeitig, z. B. als Betriebsleiterin, Mutter, Haushaltsmanagerin und als aktive Arbeitskraft im Betrieb.
Frauen als Betriebsleiterinnen
Die Interviews mit Betriebsleiterinnen zeigen, dass viele Frauen aus äußeren Umständen zur Betriebsleitung gelangen, z. B. wegen eines Todesfall. Frauen übernehmen oft die Verantwortung für einen weiteren Betriebszweig (Diversifizierung), während Männer die landwirtschaftlichen Betriebe leiten. Die Gewinnquote der von Frauen geführten Betriebe ist nahezu gleich hoch wie die der von Männern geleiteten Höfe. Das ist trotz Unterschiede in Umsatz und Gewinn so und deutet darauf hin, dass Frauen in der Lage sind, ihre Betriebe effizient zu führen, auch wenn sie mit weniger Ressourcen arbeiten. Die von Frauen geführten Betriebe sind im Durchschnitt kleinere Betriebe (etwa 10 Prozent). Die mittlere Betriebsgröße in von Frauen geführten Betrieben liegt bei etwa 54 ha, während Männerbetriebe im Durchschnitt 58 ha bewirtschaften. Im Zeitraum von 2008 bis 2017 lag der durchschnittliche Umsatz der von Frauen geführten Betriebe um rund 18.000 Euro (9 Prozent) unter dem Umsatz der von Männern geführten Betriebe. Der durchschnittliche Jahresgewinn betrug bei Frauen etwa 48.000 Euro, was 20 Prozent weniger ist als bei Männern. Frauen engagieren sich häufig in diversifizierenden Tätigkeiten, die am Rande der Landwirtschaft angesiedelt sind, wie z. B. Tourismus: Beherbergung von Gästen, wie etwa "Urlaub auf dem Bauernhof" oder Direktvermarktung: Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten direkt an Verbraucher.
Teilnahme an Förderprogrammen
Die Teilnahme an Förderprogrammen ist für Frauen in der Landwirtschaft gering. Nur etwa 7 Prozent der geförderten Betriebe werden von Frauen geleitet, was auf strukturelle Barrieren und möglicherweise auf eine geringere Inanspruchnahme von Förderangeboten hinweist. Es könnte auf bürokratische Hürden und mangelnde Informationen zurückzuführen sein. Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP): Nur 6 Prozent der Anträge auf AFP wurden von Frauen eingereicht, während 93 Prozent von Männern stammen. Dies zeigt eine signifikante Diskrepanz in der Nutzung von Fördermöglichkeiten. Diversifizierungsförderung (DIV): Der Anteil der von Frauen eingereichten DIV-Anträge liegt bei 15 Prozent, was darauf hindeutet, dass Frauen eher in diversifizierenden Tätigkeiten aktiv sind, die nicht direkt mit der Landwirtschaft verbunden sind. Empfehlungen aus den Studienergebnissen: die Sichtbarkeit von Frauen als Unternehmerinnen zu erhöhen, den Zugang zu Informationen und Förderungen zu verbessern und spezifische Beratungsangebote zu entwickeln. Die Notwendigkeit einer besseren Unterstützung für Frauen in der Landwirtschaft wird betont, um ihre unternehmerischen Fähigkeiten zu fördern und die Gleichstellung in der Landwirtschaft zu verbessern.
Frauen als Unternehmerinnen im ländlichen Raum (PDF) Downloadlink
