EU-Direktzahlungen an Betriebe noch vor Weihnachten – Landwirtschaftsministerin Kaniber: "Rechtzeitige Auszahlung stärkt unsere Höfe"

Aktualisiert am: 15.12.2025
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(15. Dezember 2025) München – Der Großteil der vollständig aus Mitteln der Europäischen Union (EU) finanzierten Direktzahlungen erreicht die bayerischen Landwirtinnen und Landwirte bereits vor Weihnachten. Das teilt das Bayerische Landwirtschaftsministerium mit. Insgesamt fließen rund 840 Millionen Euro an gut 96.000 Betriebe in allen Regionen Bayerns. Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat sich für diese frühe Auszahlung stark eingesetzt und zeigt sich erfreut: "Gerade jetzt, wo viele Höfe wirtschaftlich viel aushalten müssen, zählt jeder verlässliche Euro. Es tut gut, wenn das Geld rechtzeitig ankommt und die Familien durchatmen können. Ich freue mich sehr, dass wir das heuer wieder schaffen", erklärt die Ministerin. Sie hebt zudem die Bedeutung der Landwirtschaft für die Menschen im Freistaat hervor: "Unsere bäuerlichen Familienbetriebe versorgen uns täglich mit guten heimischen Lebensmitteln. Wenn wir sie stärken, schützen wir zugleich unsere Ernährungsgrundlagen." Direktzahlungen sind jährliche finanzielle Ausgleiche der Europäischen Union für landwirtschaftliche Betriebe. Sie dienen als zentrale Einkommensstütze, vor allem in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Ein Teil dieser Mittel entschädigt Betriebe, die freiwillig mehr für Umwelt, Klima und Artenvielfalt tun. Inbegriffen sind heuer etwa 160 Millionen Euro für die freiwillige Teilnahme an den Öko-Regelungen, mit denen besondere Leistungen für Umwelt und Klima honoriert werden. Dazu zählen zum Beispiel Maßnahmen wie das Anlegen und Erhalten mehrjähriger Blühflächen oder besonders schonende Bewirtschaftungsweisen. Die Auszahlung für die Dauergrünland-Extensivierung (Öko-Regelung 4) – eine Maßnahme, bei der Betriebe Grünland besonders naturverträglich bewirtschaften – erfolgt Ende März 2026. "Dass wir auch heuer wieder zuverlässig und pünktlich die Fördermittel auszahlen, trägt zur Liquidität der Betriebe bei. Mein Dank gilt dabei auch allen meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Förderung und in der Zahlstelle für ihre verlässliche Arbeit in diesem verantwortungsvollen Bereich", so Kaniber. Am 18. Dezember erhalten 65.000 Betriebe rund 333 Millionen Euro für ihre bereits umgesetzten Agrarumwelt- und Klimaleistungen. Erstmals ist in dieser Dezemberzahlung auch die sogenannte Weideprämie enthalten. Sie unterstützt Betriebe, die ihre Tiere regelmäßig auf der Weide halten. "Die Fördersummen machen deutlich, dass viele bayerische Landwirte sich für Vielfalt, Artenreichtum und den Schutz des Bodens in der Landwirtschaft engagieren", betont die Ministerin. Bereits am 11. Dezember erhielten rund 63.000 Betriebe in sogenannten benachteiligten Gebieten Bayerns rund 104 Millionen Euro. Die Ausgleichszulage hilft landwirtschaftlichen Familien, die unter besonders schweren Standortbedingungen wirtschaften. Das gilt zum Beispiel in Bergregionen oder auf sehr ertragsarmen Böden. Der Ausgleich trägt wesentlich dazu bei, die vielfältige bayerische Kulturlandschaft vor allem in den Bergregionen zu erhalten. Fast zeitgleich, am 12. Dezember, flossen rund 1,84 Millionen Euro an 15.000 Betriebe. Dieser Betrag gleicht Einschränkungen bei der Bewirtschaftung entlang von Gewässern aus. Seit dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" dürfen natürliche oder naturnahe Uferbereiche in einer Breite von mindestens fünf Metern nicht mehr garten- oder ackerbaulich genutzt werden. Die Landwirtinnen und Landwirte erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich. Bereits zum dritten Mal fördert der Freistaat Zuschüsse zur sogenannten Mehrgefahrenversicherung. Diese Versicherung hilft Betrieben, sich selbstbestimmt gegen Risiken wie Sturm, Starkregen oder Frost abzusichern. Das Angebot wird zunehmend stark genutzt. Am 9. Januar 2026 erhalten rund 6.000 Betriebe insgesamt rund 16 Millionen Euro als Zuschuss. Auch im Bereich der Förderungen für den ländlichen Raum und für Investitionen war 2025 ein besonderes Jahr: Die verfügbaren EU-Mittel für die Förderperiode 2014 bis 2022 mussten unbedingt bis zum Ende des Jahres verausgabt sein. Ansonsten wären diese Gelder verfallen. Aufgrund der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Lage in dieser Förderperiode wie der Corona-Pandemie oder dem Ukrainekrieg verzögerte sich die Fertigstellung der Vorhaben und somit die Beantragung der Zahlungen erheblich. Trotz dieser Umstände gelang es der Landwirtschaftsverwaltung, für alle beantragten Vorhaben fristgerecht und zuverlässig die Zahlungen zu leisten. Insgesamt zahlte die Verwaltung im zurückliegenden Jahr 194 Millionen Euro aus. Davon gingen über 82 Millionen Euro mit dem Programm LEADER in die ländliche Entwicklung. Landwirtschaftliche Betriebe erhielten für Investitionsvorhaben fast 68 Millionen Euro. Zudem wurde die tierwohlgerechte Haltung von Nutztieren mit über 9 Millionen Euro honoriert. Die durch die Frostschäden im Frühjahr 2024 stark betroffenen Obstanbauer und Winzer erhielten über ein EU-Sonderprogramm 3,9 Millionen Euro zur Kompensation der zum Teil massiven Ernteausfälle. Auch Unternehmen im nachgelagerten Bereich der Verarbeitung, die für die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte so wichtig sind, profitierten: Sie erhielten 15,8 Millionen Euro für Investitionen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Nicht zuletzt wurde im Jahr 2025 die gesunde Ernährung für Vorschul- und Schulkinder mit über 11 Millionen Euro im Rahmen des europäischen Schulprogramms unterstützt. "Unsere bäuerlichen Familien tragen Tag für Tag Verantwortung für die wundervolle Landschaft, unsere Ernährung und für Lebensqualität in Bayern. Sie leisten damit Großes für uns alle. Jeder Euro in unsere bäuerlichen Familienbetriebe zahlt auf die Zukunft Bayerns ein. Was sie für unser Land leisten, verdient Respekt – und unsere klare Unterstützung", so Kaniber abschließend.