Henner Damke, mpanch/Fotolia.com

Förderwegweiser
Dürrebeihilfen 2018

Klimawandel
Für landwirtschaftliche Betriebe, die von der Trockenheit 2018 besonders stark betroffen waren, wurden zwei Hilfsprogramme geschaffen: Das "Bayerische Hilfsprogramm Grundfutterzukauf Dürre 2018" für Futterbaubetriebe (Antragsende 15.11.2018) und ein von Bund und Ländern zu gleichen Teilen finanziertes Hilfsprogramm für existenzgefährdete Betriebe. Das Bund-Länder-Programm "Hilfsprogramm Existenzgefährdung Dürre 2018" steht grundsätzlich allen landwirtschaftlichen Betrieben offen, sofern sie die Programmvoraussetzungen erfüllen.

Die Informationen für beide Programme sind auf dieser Seite zusammengestellt.

1. Hilfsprogramm Existenzgefährdung Dürre 2018 (Bund-Länder-Programm)

Das Hilfsprogramm "Existenzgefährdung Dürre 2018" unterstützt landwirtschaftliche Unternehmen, die sich - unmittelbar durch die Dürre bedingt - in einer existenzbedrohenden Situation befinden. Ausführliche Informationen sind im Merkblatt "Hilfsprogramm Existenzgefährdung Dürre 2018" zu finden.
Anträge können bis 19. Dezember 2018 beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eingereicht werden.
Die Checkliste unter "Merkblätter und Formulare" enthält erste Hinweise, ob Sie grundsätzlich für einen Schadensausgleich in Frage kommen.
Was wird gefördert?
Förderfähig ist der Teilausgleich von Schäden in landwirtschaftlichen Unternehmen, die unmittelbar durch die Dürre entstanden sind und die zu einer Existenzgefährdung für das Unternehmen führen. Zur Prüfung der Existenzgefährdung werden die betriebliche Leistungsfähigkeit in Form des Cash-Flow III des Unternehmens und die Einkommens- und Vermögensprosperität betrachtet.

Forstliche Schäden und Schäden in der Fischerei und Aquakultur sind vom Schadensausgleich ausgenommen.
Wie wird gefördert?
Gewährt werden Zahlungen für dürrebedingte Schäden und ggf. sonstige Kosten, die durch die Dürre entstanden sind. Voraussetzung ist, dass der Naturalertrag in der gesamten Bodenproduktion des landwirtschaftlichen Unternehmens im Jahr 2018 durch die Dürre gegenüber dem vorangegangenen Dreijahreszeitraum um mehr als 30 % zurückgegangen ist. Dabei erfolgt die Betrachtung nicht für einzelne Kulturarten, sondern gewichtet für die gesamte Bodenbewirtschaftung.

Die Zahlungen umfassen bis zu 50 % der anerkannten Schadenssumme. Die Mindestschadenschwelle beträgt 5.000 Euro. Dies entspricht einem Auszahlungsbetrag von 2.500 Euro. Der Förderhöchstbetrag je Antragsteller beläuft sich auf bis zu 500.000 Euro.

Die Förderung erfolgt zu gleichen Teilen aus Mitteln des Bundes und des Freistaats Bayern.
Wer wird gefördert?
Das Bund-Länder-Programm steht grundsätzlich allen landwirtschaftlichen Betrieben offen, sofern sie die Programmvoraussetzungen erfüllen. Ausführliche Informationen dazu sind im Merkblatt "Hilfsprogramm Existenzgefährdung Dürre 2018" enthalten.
Rechtliche Grundlage ist die Richtlinie vom 8. November 2018. Sie basiert auf
- der Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern vom 2. Oktober 2018 über die Beteiligung des Bundes an Hilfsprogrammen der Länder für landwirtschaftliche Unternehmen, die durch die Folgen der Dürre 2018 in ihrer Existenz gefährdet sind und
- der bei der EU notifizierten Nationalen Rahmenrichtlinie zur Gewährung staatlicher Zahlungen zur Bewältigung von Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursacht durch Naturkatastrophen oder widrige Witterungsverhältnisse vom 26. August 2015.

Richtlinie zur Gewährung von Billigkeitsleistungen zur Unterstützung von existenzgefährdeten Unternehmen der Landwirtschaft durch die Dürresituation im Jahr 2018 pdf 112 KB    ReadSpeaker Dokument vorlesen

Antragstellung und Termin
Der Antrag ist bis 19. Dezember 2018 beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten einzureichen.

Kontaktdaten aller Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern

2. Bayerisches Hilfsprogramm Grundfutterzukauf Dürre 2018 (Bayerische Dürrebeihilfe)

Das "Bayerische Hilfsprogramm Grundfutterzukauf Dürre 2018" dient dem teilweisen Ausgleich von außergewöhnlichen Ausgaben für Zukauf von Grundfutter (z. B. Heu, Gras- oder Maissilage, Saftfutter) zur Verfütterung an betriebseigene Raufutterfresser (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde, landwirtschaftliches Gehegewild, Neuweltkameliden) auf dem Betrieb, der unmittelbar durch die Trockenheit 2018 notwendig wurde. Ausführliche Informationen sind im Merkblatt "Bayerisches Hilfsprogramm Grundfutterzukauf Dürre 2018" zu finden.
Die Antragsfrist endete am 15. November 2018.
Was wird gefördert?
Gefördert wird der ab 1. August 2018 erfolgte notwendige Zukauf von Grundfutter zur Verfütterung an Raufutterfresser auf dem Betrieb. Grundfutter im Sinne dieser Regelung sind Grobfutter und Saftfutter. Das Grobfutter umfasst alle Ganzpflanzenprodukte (frisch, siliert und natürlich getrocknet) sowie Cobs und Stroh. Das Saftfutter besteht aus Teilen von Pflanzen bzw. deren Verarbeitungsprodukten mit einem TM-Gehalt von i. d. R. 55 %.
Wie wird gefördert?
Die Zuwendung wird als Zuschuss (Projektförderung) im Wege der Anteilfinanzierung gewährt und beträgt bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Die zuwendungsfähigen Ausgaben setzen sich aus dem Kaufpreis und den Transportkosten des Grundfutters zusammen.

Der Nachweis der Futterzukäufe erfolgt auf der Basis entsprechender Rechnungen, die den wesentlichen umsatzsteuerlichen Vorgaben entsprechen müssen.

Es werden Rechnungen mit Zukäufen ab dem 1. August 2018 als zuwendungsfähig anerkannt. Die Zukäufe müssen durch entsprechende Zahlungsnachweise belegt sein.
In allen Fällen gilt ein Einbehalt von 500 Euro pro Unternehmen (entspricht 1.000 Euro Ausgaben). Beträge unter 100 Euro werden aus verwaltungsökonomischen Gründen nicht ausbezahlt.

Der Höchstbetrag der Zuwendung (Auszahlung) ist begrenzt auf 50.000 Euro pro Unternehmen.

Der Umfang des zuwendungsfähigen Futterzukaufs richtet sich nach dem Umfang der Viehhaltung (Raufutterfresser). Förderfähig ist maximal die Hälfte des betrieblichen Grundfutterbedarfs eines Normaljahres bis zu einer Obergrenze von 2 RGV (Raufutterfresser)/ha HFF. Grundlage für die Berechnung sind der durchschnittliche Viehbestand und der Umfang der bewirtschafteten Flächen aus dem Mehrfachantrag (MFA) 2018.
Wer wird gefördert?
Das Hilfsprogramm wendet sich ausschließlich an Futterbaubetriebe, die Raufutterfresser halten. Als Raufutterfresser gelten im Sinne dieser Regelung Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen, Gehegewild und Neuweltkameliden.
Auf der Grundlage der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen zum teilweisen Ausgleich von Schäden in der Landwirtschaft, Binnenfischerei und Aquakultur (Teil B) vom 30. Mai 2018, Gz. G4-7297-1/457 in Verbindung mit dem LMS Nr. G4-7297-1/519 vom 27.09.2018
Antragstellung und Termin
Der Antrag ist beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bis zum 15. November 2018 einzureichen.

Kontaktdaten aller Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bayern

Zurück zu:
Förderwegweiser