
Wie kann man Papierfischchen von Silberfischchen unterscheiden?
Papier- und Silberfischchen sind Urinsekten und stammen aus der Familie der Schuppenfischchen (Lepismatidae). Beide sind an das Leben mit dem Menschen angepasst. Sie sehen sich sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch bei genauerem Hinsehen in wesentlichen Merkmalen.
Papierfischchen weisen eine braune, matte Färbung und Härchen auf dem Körper auf, wohingegen Silberfischchen silbergraue bis schwarzbraune, glatte, silbern schimmernde Schuppen besitzen.
Papierfischchen messen ohne Anhänge ausgewachsen 15 Millimeter, Silberfischchen sind kleiner und erreichen ca. 9 bis 11 Millimeter.
Papierfischchen zeigen drei sehr lange Schwanzfäden am Hinterleib, zwei lange Fühler am Kopf. Dagegen sind Silberfischchen mit drei kurzen, dünnen Schwanzfäden und zwei langen, dünnen Fühlern am Kopf ausgestattet.
Während Papierfischchen ein trockenwarmes Klima bevorzugen, mögen Silberfischchen feuchtwarmes Klima. Silberfischchen gelten daher als Feuchteanzeiger.
Papier- und Silberfischchen leben in Ritzen und Spalten. Während Papierfischchen trockenwarme Wohnräume bevorzugen, fühlen sich Silberfischchen an warmfeuchten Orten wie dem Badezimmer, der Küche, der Waschküche oder dem Keller wohl.
Papierfischchen bewegen sich an Wänden hoch, was Silberfischchen nicht tun.
Silberfischchen ernähren sich von zucker- und stärkehaltigen Materialien – auch Haaren, Hautschuppen und Hausstaubmilben. Papierfischchen dagegen ernähren sich von stärkehaltigen Materialien wie Papier und Karton, am liebsten mit einem Cellulose-Gehalt von über 45 Prozent. Sie fressen jedoch auch Hautschuppen oder Tapeten.
Der richtige Umgang mit Silberfischchen-Befall

Das vermehrte Auftreten von Silberfischchen zeigt zu feuchte, schlecht durchlüftete Räume, aber auch Wasserschäden an. Bereits ein verbessertes Raumklima sorgt für die Reduktion einer größeren Population. Betroffene Räume daher regelmäßig lüften und heizen. Die Tiere sterben bei über 35 Grad Celsius ab und stellen bei Temperaturen über 30 Grad Celsius ihre Vermehrung ein. Bei feuchten Stellen im Haus sorgt das Beheben dieser baulichen Ursachen für eine Verbesserung des Problems. Das wiederholte Absaugen und Abdichten der Verstecke der Insekten verringert ebenfalls den Befall. Schwerwiegende Schäden oder ein gesundheitliches Risiko entstehen durch einen Silberfischchen-Befall nicht.

Wie kommen Papierfischchen ins Haus?
Papierfischchen verbreiten sich – so die gängige Annahme - über den Versandhandel. Große Versandlager sind nicht selten betroffen. Die Tiere sitzen in den Kartons und Verpackungsmaterialien, werden unbemerkt mitverpackt und gelangen auf diesem Weg in die Privathaushalte. Vermutet wird auch, dass Papierfischchen über Baumaterialien, vor allem in Neubauwohnungen, eingeschleppt werden. Neue Bauten sind zudem meist gut gedämmt und bieten den Tierchen dadurch ein konstantes, trocken-warmes Lebensumfeld. Ein Befall ist also kein Zeichen für eine mangelnde Hygienepraxis im Haus. Außerdem wissenswert ist, dass Papierfischchen bis zu 300 Tage ohne Nahrung auskommen. Ein Befall ist durch Häutchen und Kotkügelchen erkennbar.
Papierfischchen-Befall vorbeugen und bekämpfen
Papierfischchen können nicht nur ekelerregend auf manche Menschen wirken. Sie können tatsächlich großen Schaden anrichten. Verbreiten sie sich erst einmal im Haus, sind Bücher, Fotoalben, Unterlagen, Kunstwerke und Co. nicht mehr vor ihren Fraßspuren sicher. Handeln Sie daher möglichst schnell, sobald Sie die Tierchen bemerken.
Öffnen Sie Verpackungen aus Karton bestenfalls außerhalb des Hauses oder mit aufmerksamem Blick auf dem Balkon und entsorgen Sie Verpackungen sofort.
Prüfen Sie wichtige Dokumente, Briefe oder Fotoalben auf Befall und lagern diese in dichten Boxen mit glatter Oberfläche, die vor dem Eindringen der Insekten schützt.
Dichten Sie Spalten, Ritzen und andere mögliche Verstecke wie z. B. Leisten, Fugen, Hohlräume oder Schränke ab, sodass die Tiere keine Versteckmöglichkeiten finden. Klären Sie den Eingriff zur Sicherheit vorab mit Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter ab.

In der Regel werden Papierfischchen erst bei starkem Befall überhaupt bemerkt. Papierfischchen sind gesundheitlich ungefährlich, jedoch entstehen durch den Fraß Schäden an Gegenständen. Sollte ein Befall auftreten, so ist es sinnvoll, alle Nahrungsquellen zu entfernen, betroffene Stellen zu reinigen und Verstecke zu reduzieren. Nutzen Sie auch Klebefallen entlang von Fußleisten. Da die Bekämpfung von Papierfischchen sehr komplex und aufwändig ist, raten wir dazu, eine Schädlingsbekämpfung durchführen zu lassen. Ein akuter Befall kann ohne professionelle Hilfe kaum bekämpft werden. Außerdem geht vom falschen Gebrauch von Insektiziden eine Gesundheitsgefahr aus. Wenn Sie in einem Haus mit mehreren Wohnungen leben, dann ist es sinnvoll, alle Wohnungen zu behandeln. Denn wenn der Befall nicht im ganzen Haus entfernt wird, verbreiten sich die Papierfischchen erneut.
Quellen
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