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EIP-Projekt
Nachhaltige Insektenproduktion

Durch eine automatisierte Zucht von Insektenlarven wird es Landwirten ermöglicht, hochwertiges Proteinfutter direkt auf dem Hof herzustellen. Die Insekten können zusätzlich mit regionalen Reststoffen gefüttert werden, damit werden Ansätze der Kreislaufwirtschaft umgesetzt.

Dezentrale Produktion von Larven der Schwarzen Soldatenfliege (BSF) und Verarbeitung zu Fischfutter in landwirtschaftlichen Betrieben in Bayern

Hand mit Gummihandschuh hält Insektenlarven

Larven der Schwarzen Soldatenfliege, die als Futtermittel verarbeitet werden (Foto: FarmInsect)

Ausgangslage/Problemstellung

Es gibt im Tierzuchtbereich ein großes Bedürfnis nach qualitativ hochwertigem und gleichzeitig günstigerem Futtermittel. Auf der einen Seite ist die europäische und damit auch die bayerische Landwirtschaft stark vom Import von proteinreichen Futtermitteln wie Soja oder Fischmehl abhängig. Auf der anderen Seite gibt es innerhalb der EU und Bayern immer noch enorme Mengen an organischen Reststoffen, welche außer für die Biogasherstellung, keine Verwendung finden. Die Larven der Schwarzen Soldatenfliege (engl. Black Soldier Fly BSF) können eine Reihe von organischen Reststoffen verwerten und genau hier eine wichtige Rolle spielen.

Projektziele

Insekten sind ein nachhaltiges, proteinreiches Futtermittel, welches regional produziert werden kann. Bisher gibt es noch kaum Erfahrungen zur Insektenzucht und Verwendung als Futtermittel in der Praxis. Das Ziel des Projektes ist es eine regionale Insektenproduktion auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu erproben. Die Larven der schwarzen Soldatenfliege können eine Vielzahl von organischen Reststoffen als Futter verwerten. Im Rahmen des Projektes werden Futtermittelmischungen mit einem möglichst hohen Anteil an regionalen Reststoffen entwickelt und getestet. Seit 2017 sind Insekten als Futtermittel für Aquakultur in der EU zugelassen. Deshalb werden in erster Linie Konzepte zur regionalen Herstellung von Futter für die Fischproduktion getestet und eine Futtermittelstudie mit den gewonnenen Insekten sowie dem hergestellten Fischfutter durchgeführt. Es sollen dazu rechtliche Einschätzungen über die Anforderungen an die Produktion sowie die geeigneten Futtermittel für Landwirte erarbeitet werden. Anschließend soll die Futterverwertung untersucht und daraus ein ökonomisches Modell sowie Leitlinien für die Verwendung von regionalen Restströmen als Insektenfutter für landwirtschaftliche Betriebe erstellt werden.

Innovativer Charakter des Projektes

Bisher gibt es nur wenige Hersteller von Larven der BSF als Futtermittel. Es gibt noch keine Erfahrungen die Zucht dezentral direkt beim landwirtschaftlichen Betrieb zu betreiben und regionale Reststoffe als Futtermittel für die Larven einzusetzen.

Methode/Arbeitsschritte

  • Ermittlung der Bedürfnisse von landwirtschaftlichen Betrieben und der Anforderungen für die Betriebe
  • Erstellen von Futtermischungen mit regionalen Reststoffen und Test auf Futterverwertung
  • Futtermittelrechtliche Anforderungen an die Verarbeitung der Insekten auf landwirtschaftlichem Betrieb und einsetzbare Futtermittel für die Insekten
  • Herstellung und Evaluierung von extrudiertem Fischfutter aus BSF und Fütterungsstudie mit Forellen
  • Test der Zucht und Verarbeitung der Insektenlarven durch einen landwirtschaftlichen Betrieb (Pilot-Anlage). Analyse über Probleme, Futterverwertung und ökonomische Kennzahlen
  • Erarbeitung von Handlungsempfehlungen, Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Futtertabellen für die Praxis
  • Bekanntmachung durch Webseite, Öffentlichkeitsarbeit

Kontakt

FarmInsect GmbH
Ansprechpartner: Wolfgang Westermeier

Telefon:
+49 (0)8131 2974-748

E-Mail:
info@farminsect.de

Adresse:
Münchner Str. 10
85232 Bergkirchen

Internet:
www.farminsect.eu

Projektinformation

  • Operationelle Gruppe:
    Nachhaltige Insektenproduktion Bayern

    Laufzeit: 03.2020 – 03.2023

    Leadpartner:
    FarmInsect GmbH

    Projektpartner:
    1 Landwirt,
    Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft