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Eine Zeitreise zum Zukunftswald - Forstinfo 03/2020
von dem Team des AELF Augsburg

600 Bäumchen als Topfballenpflanzen markieren den Weg auf dem Klimapfad (© Pentii Buchwald)Zoombild vorhanden

600 Bäumchen markieren den Weg auf dem Klimapfad
(© Pentii Buchwald)

Zeitmaschinen, mit denen man wahlweise in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen kann, faszinieren die Menschen schon lange. In der einschlägigen Science-Fiction-Literatur gibt es eine Reihe von Beispielen für solche Zeitmaschinen. Und auch im Kino werden wir immer wieder auf Zeitreisen „Zurück in die Zukunft“ oder in die unendlichen Tiefen des Universums mitgenommen. Thomas Miehler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg hat jetzt eine Zeitreise in den Zukunftswald entwickelt.

600 Bäuchen säumen den Weg des Klimapfades

Auf einem Klimapfad durch zwei ineinander verschachtelte Zelte kann man im ausgehenden 19. Jahrhundert bei einer Durchschnittstemperatur von 8 Grad die Zeitreise starten. Bis zur aktuellen Jahresdurchschnittstemperatur in Bayern von knapp 9,7 Grad ist der Weg durch die Wälder ja bekannt. Aber wo führt er zukünftig hin, wenn die Durchschnittstemperatur auf 12, 13 oder gar 14 Grad steigt? Annähernd 600 Bäumchen als Topfballenpflanzen markieren den Weg auf dem Klimapfad und begleiten die Besucherinnen und Besucher durch vertrocknende Fichtenbestände zu stabilen Mischwäldern und neuen Baumarten in bayerischen Wäldern. Den Gästen wird bei ihrer Zeitreise durch die Jahrzehnte schnell klar, dass der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und fehlenden Niederschlägen unseren Wäldern schwer zusetzt und dass vielerorts nur ein konsequenter Waldumbau den Wald retten wird.

Viele Fragen zum Klimawandel noch ungeklärt

Großes buntes Zelt mit Aufschrift "Zukuftswald" (© Pentii Buchwald)Zoombild vorhanden

Zeitmaschine für die
Reise durch den Zukunftswald
(© Pentii Buchwald)

Anfang Oktober war die Zeltinstallation vier Tage lang im Zentrum Augsburgs vor der Moritzkirche aufgebaut. Über 600 Besucherinnen und Besucher haben sich in dieser Zeit auf die Zeitreise begeben. Viele von ihnen zeigten sich betroffen und wendeten sich mit ihren – zum Teil auch kritischen – Fragen an das Försterteam des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Städtischen Forstverwaltung Augsburg. Bei den Diskussionen kam immer wieder die Erkenntnis auf, dass viele Fragen zum Klimawandel noch ungeklärt sind und dass es keine Patentrezepte gibt. Der Schlüssel zur Lösung der Klimakrise erfordert globales Denken und Handeln von der gesamten Gesellschaft. Der Wald, seine Eigentümer und die Forstleute sind in dieser Krise Opfer und Retter zugleich! Die Försterinnen und Förster, die die Zeitreise begleiteten, waren vielfach überrascht, wie offen und unvoreingenommen sich die Besucherinnen und Besucher den Themen Waldbewirtschaftung und Klimawandel näherten, auch wenn sie keinen großen Waldbezug hatten. Der Wald und seine Forstleute haben mehr Freunde als man oft ahnt.

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