Kopfbild: Kuhkopf (Foto: Dieter Hawlan/iStockphoto.com)

Tierische Erzeugung
Bayerischer Nutztierwohl-Preis 2019

Milchkuh Pia im offenen Laufstall aus Holz

Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vergibt im Jahr 2019 zum sechsten Mal den "Bayerischen Nutztierwohl-Preis".

Prämiert werden technische beziehungsweise bauliche Lösungen oder Managementmaßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls in der bayerischen Landwirtschaft. Dabei steht die Nachhaltigkeit, Praxisgerechtheit und Übertragbarkeit der vorgestellten Maßnahmen auf andere landwirtschaftliche Betriebe mit Nutztierhaltung im Vordergrund. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden.

Der "Bayerische Tierwohl-Preis für landwirtschaftliche Nutztierhalter" ist ein weiterer Baustein des Ministeriums in der Initiative für tiergerechte Haltungsbedingungen.

Die Preisträger 2019

Drei landwirtschaftliche Familienbetriebe hat Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am 6. August 2019 für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis ausgezeichnet. Der mit jeweils 3.300 Euro dotierte Preis ging an die Milchviehbetriebe Grubmüller aus Schöllnach (Lkr. Deggendorf) und Mayr aus Bockhorn (Lkr. Erding) sowie an den Mastschweinehalter Naß aus Gosheim (Lkr. Donau-Ries). Ministerin Kaniber stellte vor allem die erfolgreiche Durchführung der baulichen Maßnahmen und das Bemühen der Betriebsleiter um ständige Verbesserungen der Haltung und des Managements für ihre Nutztiere in den Vordergrund. Jurymitglied Professor Klaus Reiter von der Landesanstalt für Landwirtschaft erläuterte die Ideen und praktische Umsetzung, mit der die Preisträger die siebenköpfige Jury überzeugen konnten.

Pressemitteilung vom 6. August 2019

Gruppenfoto

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit den drei Preisträgerfamilien Grubmüller, Naß und Mayr.
(Fotos: Astrid Schmidhuber/StMELF, Abdruck honorarfrei)

Milchviehbetrieb Familie Grubmüller

Betrieb Grubmüller GbR, Schöllnach, Landkreis Deggendorf

Maßnahme: Milchkuhhaltung mit ökologischer Bewirtschaftung im Kompostierungsstall, Hackschnitzel mit unterschiedlicher Winter- und Sommersiebung als Einstreumaterial, 10 qm/Tier großzügiges Platzangebot im Liegebereich mit weichem, trockenem und trittsicherem Bodenbelag ohne Einzeltierabtrennungen. Jungviehaufzucht ebenfalls in einem Kompostierungsstall, alle Rinder des Betriebes haben durchgängig ein gewohntes gutes Haltungssystem. Kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen zum Management im Einstreusystem.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Grubmüller GbR

Milchviehbetrieb Familie Mayr

Betrieb Mayr GbR, Bockhorn, Landkreis Erding

Maßnahme: Milchkuhhaltung im Kompostierungsstall, Hobelspäne und Sägemehl als Einstreumaterial mit Vornutzung im Trockensteherbereich. Weicher, trockener und trittsicherer Bodenbelag ohne Einzeltierabtrennungen ermöglicht den Tieren eine völlig freie Wahl des Liegeortes und der Liegehaltung. Sehr großzügiges Angebot mit 15 qm/Tier im Liegeflächenbereich, beständige Anpassung und Verbesserung des Einstreumanagements.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Mayr GbR

Mastschweinebetrieb Familie Naß

Betrieb Naß, Gosheim, Landkreis Donau-Ries

Maßnahme: Vier Einzelstallungen á 250 Tiere mit je 16 Buchten, strukturiertes Buchtenangebot mit drei Zonen, variabel verstellbarer Liegebereich mit Stroheinstreu. Die nicht überdachte Aktivitäts- und Auslauffläche wird mit einem Oberflurentmistungsschieber und eigenentwickelter Zeitsteuerung mehrfach täglich gereinigt. Wassersprühanlage mit Zeitsteuerung zur Temperaturregelung der Tiere im Sommer.

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Tierwohlpreis 2019 - Betrieb Naß

Teilnahmebedingungen

Teilnahme am Wettbewerb

Bewerben konnten sich landwirtschaftliche Unternehmen mit Nutztierhaltung zu Erwerbszwecken in Bayern. Vorschläge konnten mit Einverständnis der Betriebsleiter auch von Dritten eingereicht werden.

Bewerbungsunterlagen

Für die Bewerbung waren folgende Angaben erforderlich:

  1. Name, Adresse, BALIS-Nummer
  2. Betriebsspiegel (max. 2 DIN-A4-Seiten)
  3. Beschreibung der Maßnahme mit Angabe der Kosten (max. 3 DIN-A4-Seiten) und zusätzlich max. zehn Bilder
  4. Erläuterung, wie durch diese Maßnahme das Tierwohl verbessert wird (max. 2 DIN-A4-Seiten)
Bereits staatlich ausgezeichnete Projekte beziehungsweise Maßnahmen werden nicht mehr prämiert.

Bewertung

Eine Fachjury bewertet die Bewerbungen, insbesondere inwieweit die Maßnahme oder das Objekt dem Tierwohl dient und auf andere Betriebe übertragbar ist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen soweit es um die Jurybewertung sowie um die Art, Höhe und Aufteilung der Preise geht.

Die Preisträger der vergangenen drei Jahre

Fotos: Baumgart/StMELF, Abdruck honorarfrei
Der Klick auf ein Bild öffnet eine vergrößerte Darstellung mit erläuternder Bildunterschrift.

Tierwohlpreis 2018

Zwei landwirtschaftliche Familienbetriebe hat Staatsministerin Michaela Kaniber am 6. August 2018 für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere mit dem Bayerischen Nutztierwohl-Preis 2018 ausgezeichnet. Die jeweils vergebenen ersten Preise gingen zu gleichen Teilen an den Betrieb Schwimmer aus Sankt Wolfgang (Lkr. Erding) und an den Betrieb Kloning aus Oettingen (Lkr. Donau-Ries).
Gruppenfoto

Ausgezeichnete Betriebe

Gruppenfoto Ministerin mit Familie Kloning

Betrieb Kloning

Gruppenfoto Ministerin mit Familie Schwimmer

Betrieb Schwimmer

Milchviehbetrieb Familie Schwimmer

Betrieb Schwimmer, Sankt Wolfgang, Landkreis Erding

Maßnahme: Gesamtmanagement der Kälberhaltung, Einzelbuchten für tierindividuelle Betreuung, die einfach zu Zweier- oder Kleingruppenbuchten umgestaltet werden können sowie Steuerung der Lüftung durch findige Kombination aus Schlauchlüftung und großen Öffnungen im Stall. Großzügiges Platzangebot in den weiteren Aufzuchtphasen.

Öko-Mastschweinebetrieb Familie Kloning

Betrieb Kloning, Oettingen, Landkreis Donau-Ries

Maßnahme: Mehrflächenbuchtenangebot für die Ökomastschweine mit an die Größe der Tiere variabel anpassungsfähigem stroheingestreutem Ruhebereich. Die eingestreute überdachte Außenklimabucht wird ergänzt durch eine freie Auslauffläche, in der eine wassergefüllte Suhle für Abkühlung und Wohlbefinden der Tiere sorgt.

Tierwohlpreis 2017 für Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner GbR

Für das stimmige Gesamtkonzept zur Verbesserung des Tierwohls wurde 2017 dem Öko-Zuchtsauenbetrieb Zinner aus Schönau im Landkreis Eichstätt der mit 10.000 Euro dotierte Tierwohlpreis 2017 verliehen. Die mit sieben Fachleuten aus Forschung, Verwaltung, Praxis, Tierschutz und Bauernverband besetzte Jury hatte sich von den 23 eingereichten Bewerbungen für das Konzept des Öko-Betriebs als Sieger entschieden. Hervorgehoben wurden dabei vor allem die durchdachten Temperaturzonen zur Regulierung des individuellen Wärmebedarfs und das besondere Konzept zum freien Auslauf der Tiere im neuen Abferkel-Stall, in dem sich Muttersauen und Ferkel bis etwa sieben Wochen nach der Geburt aufhalten.

Tierwohlpreis 2016

Für die Verbesserung der Haltungsbedingungen ihrer Nutztiere wurden am 5. September 2016 drei landwirtschaftliche Betriebe mit dem Bayerischen Tierwohl-Preis ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an den Betrieb Zehetbauer in Dietelskirchen (Lkr. Landshut), die beiden mit jeweils 2.500 Euro dotierten zweiten Preise erhielten die Betriebe Brunner aus Unterschönbach (Lkr. Landshut) und Spötzl aus Obereichhofen (Lkr. Ebersberg).
Gruppenfoto aller Preisträger

Ausgezeichnete Betriebe

Gruppenfoto

Betrieb Zehetbauer

Gruppenfoto

Betrieb Brunner

Gruppenfoto

Betrieb Spötzl

1. Platz - Legehennenbetrieb Familie Zehetbauer

Betrieb Zehetbauer, Dietelskirchen, Landkreis Landshut

Maßnahme: Eigene Junghennenaufzucht mit gut dimensioniertem Wintergarten und einer, dem Legehennenstall ähnlichen Aufstallung. Junghennentransport im selbsterdachten und selbsterbauten Transportfahrzeug. Wechselauslauf gegen "Hühnermüdigkeit" des Bodens. Großzügige Staub- und Sandbäder.

2. Platz - Pensionspferdebetrieb Familie Brunner

Betrieb Brunner, Unterschönbach, Landkreis Landshut

Maßnahme: 5 Sterne – Offenstallbetrieb, eine Umbaumaßnahme mit gut durchdachtem Ruheraum und hervorragendem Wege- und Weidesystem. Unterschiedliche Einstreu im Ruheraum und unterschiedliche Wegebeläge.

2. Platz - Milchviehbetrieb Familie Spötzl

Betrieb Spötzl, Obereichhofen, Gemeinde Aßling, Landkreis Ebersberg

Maßnahme: Schlauchbelüftung im neuen Kälberstall. Damit trockenere Luft, trockenere Einstreu und somit geringere Keimzahlen. Dadurch verringert sich der Antibiotikaeinsatz und führt zu vitaleren, besser wachsenden Tieren.