
Ein Paradebeispiel für demokratische Einflussnahme in der eigenen Kommune
Bei einem Gespräch mit Andreas Weiß, dem Bürgermeister von Uffing, äußerten Schüler den Wunsch über eine weitere Sportanalage im Ort. Weiß verwies auf den Gemeinderat und gab den Jugendlichen den Rat, dort einen Antrag zu stellen. Kurz darauf und mit über 200 Unterschriften im Gepäck präsentierten sie den Gemeindevertretern ihre Vorstellungen. Zuvor waren sie immer in den Siedlungsstraßen des Ortes unterwegs – mit viel Potential für Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern und Ärger mit Anwohnern. Die Kinder wünschten sich deshalb eine Ausweichmöglichkeit zu den schon vorhandenen Fußballfeldern, wo sie sich miteinander treffen und Spaß haben können. Die Gemeinderäte ließen sich von der Idee und der breiten Unterstützung begeistern und installierten einen Bürgerrat, der die Machbarkeit des Projektes überprüfen sollte. Neben der genauen Ausgestaltung der Anlage und der Finanzierung des Projektes musste auch der ideale Standort gefunden werden. Um möglichst viele Ideen und Meinungen zu sammeln, schrieb die Arbeitsgruppe 340 Kinder- und Jugendliche in der Umgebung an. Davon meldeten sich 230 zurück. Ein Zeichen dafür, dass sich auch Heranwachsende für ihre Umgebung interessieren und sich gerne einbringen wollen. Nachdem die Gemeinde den Bau der Anlage beschlossen hatte, konnten die Ehrenamtlichen der Arbeitsgruppe neben einer LEADER-Förderung von 150.000 € weitere 30.000 € über eine Spendenaktion einsammeln.

Ein Sportplatz für alle
Der Kinder- und Jugend FreizeitSportPark Uffing gliedert sich in drei Teilbereiche. Zum einen befindet sich am hinteren Ende der langgezogenen Anlage der Pumptrack. Eine in sich geschlossene Rollbahn mit Bodenwellen, Steilkurven und Sprungschanzen. Der gesamte Rundkurs wurde geteert, damit neben Fahrrädern auch Roller, Longboards, Inlineskates und sogar Rollstühle auf der Bahn fahren können. Im mittleren Teil des Parks befindet sich der Skatebereich. Mit Miniramp, Quarterpipe und dem direkten Anschluss zum Pumptrack ergänzen sich die beiden Bereiche ideal. Jeder kann für sich die einzelnen Herausforderungen austesten, zusammen trainieren oder sich mit anderen messen. Am vorderen Ende gliedert sich das Streetballfeld mit einem Basketballkorb an. Das Feld ist bewusst einfach gehalten, damit sich die Spieler ihre eigenen Regeln festlegen. Allgemein unterstützt die Sportanlage neben der Gesundheitsförderung durch Bewegung an der frischen Luft auch Softskills. Die Jugendlichen müssen mit Diskussion und Argumentation den Weg zu einem fairen Spiel oder zur rücksichtsvollen Nutzung der Bahnen finden. Weil der Park nahe am örtlichen Bahnhof und einem Fahrradweg liegt, lockt er auch Nutzer außerhalb von Uffing an. So können sich neue Freundschaften finden und den Zusammenhalt über den Ort hinweg stärken.

Durch die vollumfänglichen Planungen vieler engagierter Bürger unterschiedlichster Altersgruppen konnte auf nur 1.200 Quadratmeter eine hochwertige Anlage für mehr Freizeitqualität im ländlichen Raum und mehr sozialen Zusammenhalt mit insgesamt 300.000 € Investitionskosten geschaffen werden. LEADER konnte der Gemeinde finanziell unter die Arme greifen, damit das Projekt auch tatsächlich Realität werden konnte, für dessen Umsetzung sich so viele Familien engagierten.
Weiterführende Informationen
