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Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das zweite Quartal 2020

Wirtschaft / Konjunktur

Die Corona-Pandemie hat im Berichtszeitraum weltweit zu einem massiven Einbruch der Konjunktur geführt. Nach den katastrophalen Vormonaten hat sich die Stimmung unter den deutschen Unternehmen jedoch im Mai etwas erholt und im Juni weiter aufgehellt. Beim ifo-Geschäftsklimaindex war von Mai auf Juni sogar der stärkste jemals gemessene Anstieg zu verzeichnen (von 79,7 auf 86,2 Punkte).

Das Geschäftsklima der Betriebe im Bauhauptgewerbe hat sich nach Eintrübungen in den Vormonaten wieder verbessert. Ausschlaggebend waren hier erneut weniger pessimistische Erwartungen als noch zum Ende des ersten Quartals. Die Baupreise blieben im zeiten Quartal stabil bis steigend.

Holzbaubetriebe berichten über einen stabilen Geschäftsbetrieb. Im zweiten Quartal lag die Auslastung hier witterungsbedingt über der des Vorquartals. Das Auftragspensum wurde ohne nennenswerte Behinderung planmäßig abgearbeitet. Es wird erwartet, dass Bauherren aufgrund der Umsatzsteuersenkung ab 1. Juli allenfalls Reparaturen vorziehen. Die Prognose für die Auslastung der Betriebe im zweiten Halbjahr 2020 ist weiterhin gut.

Holz verarbeitende Industrie

Die inländischen Preise für Nadelschnittholz sind im zeiten Quartal gefallen und folgten damit dem Trend beim Rundholzpreis. Trotz sehr guter Versorgungslage bei gleichzeitig niedrigen Einkaufspreisen für Rohholz wurde die Geschäftslage im II. Quartal 2020 schlechter eingeschätzt, wobei die Prognosen negativer waren als die tatsächliche Wirtschaftssituation. Die Nadelholzsäger konnten wegen der Corona-Pandemie und des damit verbundenen zeitweisen Wegbrechens einiger Absatzmärkte nicht in vollem Umfang produzieren. Die Produktion dürfte daher in Österreich im 1. Halbjahr um 20 Prozent niedriger liegen als im 1. Halbjahr 2019. In Deutschland ist die Produktion im April und Mai um 15 Prozent niedriger ausgefallen als im Vorjahr. Im Juni wurde bereits in etwa wieder auf Vorjahresniveau produziert. Für das dritte Quartal herrscht Zuversicht vor.

Bei den laubholzverarbeitenden Betrieben verschlechterten sich die Stimmung, die Geschäftslage und der Ausblick im zeiten Quartal. Nach Rückgängen bei der deutschen Produktion von Laubschnittholz in den Vorjahren hat sich dieser Trend im 1. Halbjahr 2020 sogar noch verstärkt. Die Exporte von Buchen- und Eichenschnittholz sind im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Wegen der hohen Borkenkäfer-Ausgangspopulation aus dem Vorjahr und des zunächst trockenen Frühjahrs erreichten die von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft erhobenen Schwärmzahlen des Buchdruckers in einigen Regionen Bayerns sehr hohe Werte. Die anhaltenden Regenfälle führten regional aber zu einer leichten Entspannung und zur verzögerten Entwicklung der Borkenkäfer.

Im II. Quartal waren neben den restlichen Schadhölzern aus Sturmwurf der Winterstürme übrig gebliebene Käferhölzer sowie Frischbefall zu beseitigen. Regional blieb die Abfuhr der Hölzer aus dem Wald hinter dem Fortschritt bei der Aufarbeitung des Schadholzes zurück, sodass sich in den Schadschwerpunktregionen die entstehenden Waldlager sukzessive vergrößerten.

Im Privatwald wurden als waldschutzwirksame Maßnahmen Zwischenlager mit ausreichend Abstand zum Wald eingerichtet und im Staatswald wurden wie in den Vorjahren verstärkt Mengen in Nasslager transportiert.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Die Situation am Holzmarkt war weiterhin extrem angespannt. Der hohe Anfall an Kalamitätshölzern in Bayern in Verbindung mit einem anhaltenden Importdruck aus den benachbarten Bundesländern und angrenzenden EU-Staaten beeinflussten hier weiterhin negativ. Bayernweit ist der Frischholzeinschlag zum Erliegen gekommen. Für den Großteil der Forstbetriebe ist die Situation am Holzmarkt mittlerweile desolat.

Während zu Quartalsbeginn bis Ende April noch Holz auf bestehende Verträge mit Preisen von in der Spitze über 70,00 Euro (Fi SL B/C 2b) ausgeliefert werden konnte, war ab Anfang Mai fast kein reguläres Vorgehen mehr möglich. Einige Abnehmer bieten nur noch pauschale B-C-D-Preise an mit massiven Abschlägen im schwächeren und stärkeren Bereich.

Die Abschläge für schlechte Käferqualitäten betrugen in den meisten Fällen 25,00 – 35,00 € pro Festmeter.

Der Markt für Kiefernrundholz ist im Sog des Fichtenangebotes regional zusammengebrochen. Kiefer war weiterhin nur sehr schwer zu vermarkten und wurde im Preis analog zur Fichte nach unten korrigiert, was Auszahlungspreise zwischen 50,00 und 65,00 € für Abschnitte (FL B/C; 2b) bedeutete.

Die Nachfrage nach Douglasien- und Lärchenrundholz war weiterhin zu einem stabilen Preisniveau hoch.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Die Laubholzsaison war im Berichtszeitraum bereits abgeschlossen.

Industrieholz

Die Holzwerkstoffindustrie hat die Produktion in den letzten Monaten coronabedingt reduziert. Der Bedarf an Waldindustrie- und Sägerestholz ist daher gesunken. Insbesondere FK-Qualitäten waren kaum noch zu vermarkten. Beim Papierholz (IS N) konnte vielerorts zu den aus dem Vorquartal gültigen Konditionen vermarktet werden, jedoch wurde die Anfuhr bei den großen Abnehmern gedrosselt.

Die Corona-Pandemie hat mit dem wochenlangen Lockdown zu einer Krise der Textil- und Bekleidungsindustrie geführt und in der Folge die Hersteller von natürlichen Cellulosefasern unter Druck gesetzt. Der Absatz von Buchenindustrieholz gestaltete sich daher schwierig.

Energieholz/Brennholz

Durch das Überangebot im Industrieholzsektor stehen auch die Märkte für Energieholzsortimente unter Preis- und Mengendruck. Bei Waldhackschnitzeln war eine relativ große Preisspanne von 65,00 € pro t-atro (=Tonne absolut trocken) bis über 90,00 € pro t-atro zu beobachten. In Hauptschadregionen gibt es für Waldhackschnitzel keinen Markt mehr.

Interpreten

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