Holzmarktbericht
Der aktuelle Rohholzmarkt in Bayern

Holzmarktbericht für das vierte Quartal 2020

Wirtschaft / Konjunktur

Die Konjunktur ist im Schlussquartal 2020 in Deutschland stärker angesprungen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Oktober bis Dezember trotz des Lockdowns im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent. Auch der Rückgang der Wirtschaftstätigkeit im Gesamtjahr 2020 fiel mit 4,9 Prozent dadurch etwas geringer aus als mit den bislang erwarteten 5,0 Prozent. Die Corona-Krise hat der deutschen Wirtschaft dennoch den stärksten Rückgang seit der Finanzkrise 2009 beschert.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist – nach zwei Rückgängen in Folge – im Dezember wieder gestiegen.

Die Prognose des Ifo-Instituts für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 liegt aktuell bei 4,2 Prozent, nachdem bislang noch mit 5,1 Prozent gerechnet wurde.

Im Bauhauptgewerbe ist der Ifo-Geschäftsklimaindikator unverändert geblieben. Während die Einschätzungen zur aktuellen Lage positiver ausfielen, nahm der Pessimismus mit Blick auf das erste Halbjahr 2021 etwas zu.

Holz verarbeitende Industrie

Die inländischen Preise für Nadelschnittholz sind im 4. Quartal weiter gestiegen.

Die anhaltende Stärke des Bauhauptgewerbes, ein pandemiebedingt gut laufender Do-it-yourself-Sektor (Baumärkte) und florierende Exportmärkte hielten die Nachfrage bei Nadelschnittholz und Bauprodukten aus Holz anhaltend hoch. So haben die Exporte von Nadelschnittholz aus Deutschland in die USA mit 1,63 Millionen Kubikmetern im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent zugenommen. Damit bleibt Deutschland in den USA mit weitem Abstand hinter Kanada (30,8 Millionen Kubikmeter) der zweitwichtigste Lieferant für Nadelschnittholz.

Gleichzeitig haben die Nadelschnittholzpreise in den USA zum Jahresende 2020 nach zwischenzeitlichen Rückgängen wieder Rekordniveau erreicht.
Die deutschen Nadelholzsäger produzierten daher mit sehr hoher Auslastung.

Änderungen bei der Borkenkäferbekämpfungsstrategie in den Hauptschadensgebieten in Mitteldeutschland und in der Tschechischen Republik führten zu einem geringeren Anfall an Kalamitätshölzern. Dies hat mit dazu beigetragen, dass trotz des im Jahr 2020 erwarteten Anfalls von rund 66 Millionen Festmetern Nadelschadholz in Deutschland die Nachfrage nach Käferholz die von den Waldbesitzern bereitgestellten Mengen seit dem Beginn des IV. Quartals überstieg.

Die Betriebe der deutschen Sägeindustrie waren – auch in Abhängigkeit der Transportentfernung zu den Hauptschadensgebieten – unterschiedlich mit Fichtensägerundholz bevorratet.
Bei den laubholzverarbeitenden Betrieben in Deutschland verschlechterten sich dagegen die Stimmung, die Geschäftslage und der Ausblick im 4. Quartal. Nach Rückgängen bei der deutschen Produktion von Laubschnittholz in den Vorjahren hat sich dieser Trend bis Ende 2020 noch verstärkt. Die Exporte von Buchen- und Eichenschnittholz sind im Vergleich zum Vorjahr erheblich zurückgegangen.

Forstwirtschaft

Abschnitte von Holzstämmen liegen zu mehreren Stapeln zusammengelegt im Wald Zoombild vorhanden

Frisch geschlagenes Holz im Wald (Foto: Jan Böhm)

Jahreszeitlich bedingt ist der Anfall von zusätzlichem Käferholz auch in den Hauptschadensgebieten zurückgegangen. Vor allem in Nordbayern war jedoch weiterhin Käferholz aufzuarbeiten. Die Abfuhr der Hölzer aus dem Wald verlief zügig, sodass Waldlager abgebaut werden konnten.

Vom Privatwald eingerichtete Trockenlager außerhalb des Waldes konnten ebenfalls weitgehend geräumt werden.

Das Ausbleiben von größeren Mengen an Käferholz in Südbayern hat weiterhin dazu beigetragen, dass die Schadholzmengen aus den Hauptschadensregionen Nordbayerns kontinuierlich abfließen konnten.

Nadelstammholz

Holzpolter (Foto: LWF)

Holzpolter (Foto: LWF)

Die Situation am Holzmarkt hat sich im 4. Quartal deutlich entspannt. Die ungebrochen hohe Nachfrage nach Nadelschnittholz im Inland und in den wichtigen Exportmärkten hat zum Preisanstieg auch beim Rundholz geführt.

Wurden zu Quartalsbeginn bei Frischholz noch Preise für Fichtenabschnitte 2b+ von knapp über 70,00 Euro aufgerufen, waren zum Jahresende hin Preissprünge auf über 80,00 Euro für das gleiche Sortiment zu verzeichnen. Für frisches Fichten-Langholz wurde fast durchgängig über 80,00 Euro bezahlt. Die Abschläge für schlechte Käferqualitäten betrugen in den meisten Fällen 25,00 - 35,00 Euro pro Festmeter.

Der Markt für Kiefernrundholz hat sich im Sog der starken Nachfrage nach Fichte belebt, jedoch bei unbefriedigenden Preisen von um die 60,00 Euro.

Die Nachfrage nach Douglasien- und Lärchenrundholz blieb weiterhin sehr hoch bei stabilem bis steigendem Preisniveau; regional konnte hier trotz gesteigerten Angebotes die hohe Nachfrage nicht befriedigt werden.

Laubstammholz

Holzstämme gestalpelt

Foto: Jan Böhm

Zu Beginn der Laubholzsaison war die Nachfrage nach Eiche weiterhin hoch, die Preise bei den schlechteren Qualitäten sind jedoch etwas gesunken. Buche konnte zu stabilen Preisen vermarktet werden. Der Bucheneinschlag blieb jedoch in Unterfranken häufig hinter den geplanten und nachgefragten Mengen zurück, da viel Aufarbeitungskapazität beim Einschlag von Käferhölzern gebunden war.

Industrieholz

Der Bedarf an Waldindustrie- und Sägerestholz blieb auf niedrigem Niveau. Insbesondere FK-Qualitäten waren weiterhin schwer zu vermarkten.

Papierholz (IS N) konnte im Vergleich zum Vorjahr nur zu abgesenkten Preisen vermarktet werden.

Energieholz/Brennholz

Durch das Überangebot im Bereich der Sägenebenprodukte und im Industrieholzsektor standen die Märkte für Energieholzsortimente unter Preis- und Mengendruck.

Bei Waldhackschnitzeln war eine relativ große Preisspanne von 65,00 Euro pro t-atro bis über 90,00 Euro pro t-atro (frei Werk) zu beobachten. In den Hauptschadensregionen konnten Waldhackschnitzel außerhalb bestehender Verträge nicht vermarktet werden. Brennholz war zu Beginn der Heizsaison in ganz Bayern zu stabilen Preisen gut zu vermarkten. Lediglich in den Hauptschadensgebieten in Nordbayern wurden auch Brennholzsortimente auf niedrigerem Preisniveau gehandelt.

Interpreten

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