Holzbauinitiative Bayern

Jede Sekunde wächst in Bayerns Wäldern ein Kubikmeter Holz nach. Bäume und Wälder binden beim Wachsen klimaschädliches Kohlendioxid und produzieren dabei reinen Sauerstoff. Produkte aus Holz binden den Kohlenstoff über ihre gesamte Lebensdauer. Bauen mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist ein aktiver und unmittelbarer Beitrag für den Klimaschutz. Mit der Bayerischen Holzbauinitiative werden wirksame Maßnahmen und Programme umgesetzt, um Bayern an die Spitze der Holzbaubewegung zu setzen.

Mehr Holzbau für mehr Klimaschutz – Unsere Maßnahmen

1. Das Bayerische Holzbauförderprogramm

Raum aus hellem Holz mit Holztischen und -stühlenZoombild vorhanden

© E. Matthäus

Mit dem Bayerischen Holzbauförderprogramm (BayFHolz) wird die Verwendung klimafreundlicher Holzbaustoffe gefördert. Die Förderung zielt darauf ab, endliche Ressourcen durch eine vermehrte Verwendung von Bauelementen aus Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen zu schonen.

Gefördert werden kommunale Gebäude wie Verwaltungsgebäude, Schulen oder Kindergärten. Ebenso werden der Neubau, die Erweiterung und die Aufstockung mehrgeschossiger Wohngebäude gefördert. Davon sollen Städte und Gemeinden, aber auch Privatleute und Unternehmen profitieren.

2. Bayerische Leuchtturmprojekte

Moderne Holzgebäude erfreuen das Auge und zeigen die gestalterische Vielfalt beim Bauen mit den Hochleistungswerkstoff Holz. Innovative Konstruktionswerkstoffe, Verbindungsmittel und Verleimungstechniken erlauben neue Möglichkeiten, mit Holz in die Höhe zu bauen. Deshalb kann man heute Gebäude bauen, die so vor 30 Jahren nicht möglich waren. Mit der Prämierung von beeindruckenden Bauwerken lenken wir die Aufmerksamkeit auf die enorme Leistungsfähigkeit der bayerischen Architekten und Bauingenieure. Im Rahmen der „Holzbauinitiative Bayern“ unterstützen wir die Entstehung von einzigartigen Leuchtturmprojekten, die für Nachhaltigkeit, Ästhetik und Klimaschutz gleichermaßen stehen.

Holzbaupreis Bayern

Der renommierte Holzbaupreis Bayern wird gemeinschaftlich vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und proHolz Bayern ausgelobt. Der alle vier Jahre stattfindende Wettbewerb wird mit der Unterstützung der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurkammer Bau und dem Landesbeirat Holz Bayern präsentiert. Er zeigt eindrucksvoll die gestalterische Vielfalt beim Bauen mit Holz.

Die mögliche Bandbreite der Projekte reicht vom Neubau bis hin zu Nachverdichtung und Modernisierung von Einzelgebäuden und Gebäudegruppen. Darüber hinaus können herausragende Ingenieurbauwerke und landwirtschaftliche Gebäude prämiert werden. Machen Sie mit beim Holzbaupreis Bayern. Vom 10. Oktober 2022 bis 18. November 2022 können Architekten und Fachplaner ihre Projekte einreichen.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

3. Ausbau von Wissenstransfer und Beratung

Baupläne auf einem Tisch, vier Hände zeichnen und messen daraufZoombild vorhanden

© PantherMedia / AndreyBezuglov

Holzbau ist heute nicht mehr nur ein Synonym für nachhaltiges und ressourcenschonendes, sondern auch für zeitgemäßes und qualitätsvolles Bauen. Die Wissensbasis zu den positiven Eigenschaften von Holz als Baumaterial hat bei Behörden, Fachkräften und interessierten Bürgern in den letzten Jahren stark zugenommen. Dieses Wissen gilt es weiterzuentwickeln, zielgruppenorientiert aufzubereiten und laufend über verschiedene Kanäle zu kommunizieren. Genau hier setzt die Informations- und Bildungsoffensive der Holzbauinitiative Bayern an.

Fachberatung Holzbau Bayern

Eine Gruppe steht vor einer holzverarbeitenden AnlageZoombild vorhanden

© Simon Springer/StMELF

Bayerischen Bauherren wird bei allen fachlichen Fragen rund um das Zukunftsthema „Bauen mit Holz“ die neue Bayerische Holzbaufachberatung zur Seite stehen. Viele Bauherren stehen Holz als Baustoff grundsätzlich sehr offen gegenüber. Sie wissen aber oftmals nicht, wie vielseitig dieser wirksame Klimaspeicher am Bau eigentlich verwendet werden kann. Genau hier setzt das Beratungsangebot an. Ob mehrgeschossige Wohnhäuser im urbanen Bereich, kommunale Kindergärten, oder landwirtschaftliche Betriebsgebäude – jeder Bauherr soll ab sofort, kostenlos und unbürokratisch, eine telefonische Erstberatung für alle Fragen zum Einsatz verschiedenster Holzbautechnologien erhalten. Bei Bedarf wird auch direkt vor Ort ein fachkundiger Holzbauexperte im persönlichen Gespräch beraten.
Die neu geschaffene Beratungsstelle ist ein Service der „Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern“ in Kooperation mit dem Imagebündnis „proHolz Bayern“ und wird finanziell durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt.

Zertifikatprogramm „TUM.Wood – mit Holz Bauen“

Voll besetzter, bestuhlter Raum mit Absolventen, die Mappen hochhaltenZoombild vorhanden

© Pia Regnet / StMELF

Im Zertifikatsprogramm “TUM.wood – mit Holz bauen” werden die aktuellen ökologischen, ökonomischen, technischen und architektonischen Fachkenntnisse des modernen Holzbaus vermittelt.

Die Expertinnen und Experten der TUM bringen den Teilnehmenden wissenschaftliche Sachverhalte praxistauglich nahe und versetzen sie in die Lage, die Anforderungen des Planens und Bauens mit Holz zu verstehen und fachgerecht umzusetzen. Dabei wird das notwendige Wissen um Architektur, Konstruktion und Regelwerk ebenso behandelt wie holzbauspezifische Planungsprozesse, Ökobilanzierung und Kreislaufwirtschaft. Das Forstministerium stärkt das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm „TUM.wood – Mit Holz bauen“ mit einer Anschubfinanzierung von 100.000 Euro.

Stärkung der praxisorientierten (Holzbau-) Lehre

Die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte und Ideengeber von morgen. Die Bayerischen Hochschulen und Universitäten mit Lehr und Forschungsschwerpunkten in der Holztechnik und im Holzbau prägen die Baukultur in hohem Maße. Im Rahmen der Holzbauinitiative Bayern stellt das Staatsministerium, für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanzielle Mittel für die Stärkung der praxisorientierten (Holzbau-) Lehre zur Verfügung. Diese Mittel werden vor allem für Fachexkursionen, Workshops und die Ausstattung von Werkstätten und Laboren eingesetzt.

4. Forschung und Innovation

Nahaufnahme der Objektive eines MikroskopsZoombild vorhanden

© Tobias Hase/ StMELF

Forschung und Innovation sind zentrale Voraussetzungen, um den modernen Holzbau in seiner Entwicklung weiterzuentwickeln. Die Forschungsförderung des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) setzt seit vielen Jahren auf eine praxisorientierte Holzforschung, um neue Erkenntnisse in der Verwendung von Holzprodukten aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu gewinnen. Im Rahmen der „Holzbauinitiative Bayern“ wurde die Forschung in diesem Bereich noch einmal gestärkt. So konnten einige Forschungseinrichtungen bei der Investition in zukunftsgerichtete Forschungsinfrastrukturen unterstützt werden, um die bayerische Forschungslandschaft im Bereich Holzbau und den klimaneutralen Hochleistungsbaustoff Holz noch weiter voranzubringen. Die bestehenden anwendungsorientierten Forschungsschwerpunkte und die neuen zielgerichteten Forschungs- und Investitionsprogramme machen Bayern zum führenden Impulsgeber im Bereich des klimaschonenden Bauens mit Holz.

1,5 Mio. Euro für zukunftsweisende Holzforschung

Erleuchtetes Holzgebäude in der DämmerungZoombild vorhanden

© E. Matthäus

Im Rahmen der Holzbauinitiative Bayern fördert das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zukunftsweisende Innovationen und Forschung im Bereich des klimaschonenden Bauens mit Holz.

Anfang 2022 wurden rund 1,5 Mio. Euro bereitgestellt, um den Forschungsstandort Bayern auszubauen und neue Erkenntnisse in folgenden Bereichen zu gewinnen:
  • Herstellung und Analyse von Dämmstoffen aus Laubholz
  • Langzeit- und Ermüdungsverhalten von Holz bei gleichzeitigen Last-, Temperatur-, und Luftfeuchtewechsel
  • Brandschutz im Holzbau
  • Eignung von Laubholzarten für die konstruktive und bauliche Anwendung

5. Staatliche Vorbildfunktion

U-förmiges Gebäude von oben fotografiertZoombild vorhanden

© G. Brehm, AELF FFB

Die Bayerische Staatsregierung geht beim ressourcen- und klimaschonenden Holzbau als Vorbild voran. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist, dass Holz als Baustoff so viel wie möglich zum Einsatz kommt – ob in Hybrid- oder Vollholzbauweise. Das Bauen mit Holz wird damit ab sofort im Freistaat zum Regelfall, wenn der Staat selbst Bauherr ist.

6. Stärkung der regionalen Wertschöpfung

Seitliche Nahaufnahme eines Brennholzpolters Zoombild vorhanden

© Robert Pehlke / StMELF

Am besten spielt Holz sein großes Potential dann aus, wenn es dort verarbeitet und verbaut wird, wo es gewachsen ist. Deswegen wird im Rahmen der „Holzbauinitiative Bayern“ die regionale Wertschöpfung des nachwachsenden Rohstoffs Holz mit zielgerichteten Projekten gestärkt und ausgebaut.

Forschungs- und Innovationsprojekt CarboRegio

Förster im Wald misst mit einer Kluppe den Durchmesser eines BaumsZoombild vorhanden

© Michael Friedel / StMELF

Im Projekt CarboRegio wird das Zusammenspiel von Klimaschutz und Regionalität in der Forst- und Holzwirtschaft am Beispiel der Region Allgäu untersucht. Es werden Kohlenstoffbilanzen, Stoffstromanalysen sowie Ökobilanzierungen durchgeführt, um den Klimaschutzbeitrag von regionalen Holzprodukten zu quantifizieren. Zudem werden anhand von sozial-empirischen Untersuchungen zu Angebot und Nachfrage die Vermarktungspotenziale von regionalen Holzprodukten ermittelt. Durch das Zusammenführen der Erkenntnisse aus den verschiedenen Analysen werden schließlich regionale Holzprodukte identifiziert, die sowohl klimafreundlich als auch vermarktungsfähig sind, und ein Konzept zur regionalen Vermarktung dieser Produkte entwickelt. Darüber hinaus wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse für das Allgäu auf andere Regionen geprüft.
Das Projekt wird in Zusammenarbeit von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft (LWF) und dem Holzforum Allgäu (HFA) durchgeführt.

CarboRegio - Förderung der regionalen Bereitstellung von Rohholz und Holzprodukten als Beitrag zum Klimaschutz und zur Strukturverbesserung (Projekt C48) Externer Link

Projekt „Regionale Holzkette Südostbayern“ und Kampagne „Wir bauen auf heimisches Holz“

Mehrere Personen halten Plakate vor einem WaldrandZoombild vorhanden

© J. Schmidhuber / StMELF

In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting haben sich die Akteure entlang der Wertschöpfungskette Forst & Holz zusammengeschlossen, um langfristige und verlässliche regionale Lieferketten zu schaffen. Das Ziel: Die Zusammenarbeit von Waldbesitzern, Forstdienstleistern und Sägewerken bis hin zu den Holzbaubetrieben zu stärken. Das Projekt wird durch die Cluster-Initiative Forst und Holz professionell begleitet. Eine Kampagne vom Imagebündnis proHolz Bayern unterstützt den Prozess, um regionales Holz als Marke fest in der Gesellschaft zu verankern. Das vorbildliche Projekt der Branchenakteure im Südostbayern wurde im Rahmen der „Holzbauinitiative Bayern“ vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziell unterstützt.

Wanderausstellung „Ställe aus Holz“

Ausstellung mit mehreren aufgestellten PosternZoombild vorhanden

© Architekturforum Allgäu

Die Wanderausstellung „Stallbauten – Teil unserer Kulturlandschaft“ stellt vorbildliche Ställe in der ressourcenschonenden Holzbauweise vor. Die Ausstellungsbeiträge zeigen auf beeindruckende Weise, wie sich Tierwohl, Regionalität und Klimaschutz beim Stallbau vereinen lassen. Die Wanderausstellung ist ein gemeinsames Projekt des Architekturforums Allgäu mit dem Holzforum Allgäu. Die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung wurde im Rahmen der „Holzbauinitiative Bayern“ vom Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten finanziell unterstützt.

Stallbauten – Teil unserer Kulturlandschaft Externer Link

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