Mit Sachverstand Gefahren für Mensch und Natur vermeiden
Durchführung der Holzernte

Holzeinschlag ist mehr als nur Bäume fällen! Welche Aspekte Sie bei der Durchführung eines Holzeinschlages beachten müssen und wie Sie am besten vorgehen, erfahren Sie in den folgenden acht Schritten.

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Haben Sie Fragen zur Holzernte oder sind Sie sich nicht sicher, wie Sie am besten vorgehen?
Die Beratungsförster/innen der Bayerischen Forstverwaltung und der Forstlichen Zusammenschlüssen beantworten Ihre Fragen gern. Nutzen Sie auch die vielfältigen Angebote zur Fortbildung und Schulung für Waldbesitzer/innen.

1. Sicherheit geht vor!

Die Fällung von Bäumen ohne Motorsägenkurs sollte für Waldbesitzer tabu sein.

Unfälle durch Können und Wissen vorbeugen

Waldarbeiter zersägt eine gefällte FichteZoombild vorhanden

Selbständig Holz ernten nur mit Motorsägenschein!
(Foto: J. Böhm)

Holzernte ist gefährlich. Überlegen Sie daher, die Arbeiten von Profis durchführen zu lassen. Waldbesitzervereinigungen vermitteln Ihnen qualifizierte Waldarbeiter und Forstdienstleister mit Erfahrung.

Wer selber im Wald tätig wird, sollte sich vorab unbedingt das nötige Wissen und Können aneignen, zum Beispiel durch den Besuch eines Motorsägenkurses. Ein Fehler bei der Holzernte kann tödlich sein.

Motorsägenkurse für Waldbesitzer werden zum Beispiel von den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der der Bayerischen Waldbauernschule angeboten

Sicherheit Dritter gewährleisten

Auch der Schutz Dritter und die Verkehrssicherheit müssen gewährleistet sein. Insbesondere Wege im Gefahrenbereich müssen vorher abgesperrt und gegebenenfalls mit Posten gesichert werden.

Weitere Aspekte der Sicherheit bei der Waldarbeit

2. Zieldurchmesserernte

An die Durchforstungen, die der Pflege und Förderung der Auslesebäume dienen, schließt die Ernte der hiebsreifen Bäume an. Je nach Bestand ist der Übergang dabei fließend, beziehungsweise können Durchforstung und Ernte zeitgleich nebeneinander erfolgen. Ein Baum ist dann hiebsreif, wenn er seinen Zieldurchmesser erreicht hat. Dies hängt von Baumart, Holzverwendung und Region ab. Fragen Sie doch einfach Ihren Förster vor Ort.

Die bei der Ernte entstehenden Lücken geben den verbleibenden alten Bäumen und der Verjüngung mehr Raum, Licht und ermöglichen eine bessere Nährstoffversorgung. In den nachfolgenden Eingriffen können dann die nächsten Bäume entnommen werden, die ihre Zielstärke erreicht haben.

Waldbauliche Verfahren

3. Ausgezeichnet - zu entnehmende Bäume kennzeichnen

Stamm einer Buche ist mit einem Ring aus roter Sprühfarbe markiertZoombild vorhanden

Zur Markierung wird meist Sprühfarbe genutzt
(Foto: N. Maushake)

Unabhängig davon, ob Sie selbst die Bäume fällen oder damit einen Dienstleister beauftragen, ist es ratsam die zu entnehmenden Bäume vorab zu kennzeichnen. So können Sie oder die Waldarbeiter sich während der Fällung ganz auf die Arbeit konzentrieren.

Mit Sprühfarbe oder farbigen Bändern wird eine solche Markierung ausreichend sichtbar angebracht. Die Zukunftsbäume, also die wertvollen Bäume, die weiter wachsen sollen, sollten ebenfalls markiert werden. Bei der Ausführung der Holzernte erleichtert dies die Vermeidung von Schäden an wertvollen Bäumen des verbleibenden Bestandes.

Finden und Markieren von Auslesebäumen

4. Motormanuell oder vollmechanisiert

Harvester mit Baumstamm im Sägekopf auf einer RückegasseZoombild vorhanden

Vollmechanisierte Holzernte mit dem Harvester
(Foto: J. Böhm)

Die Holzernte ist immer eine Kombination aus zwei Schritten. Zunächst wird der Baum gefällt und anschließend bis zum Waldweg transportiert. Für beide Schritte stehen in der modernen Forstwirtschaft verschiedenste Arbeitsverfahren und Maschinen zu Verfügung.

Die Bandbreite reicht von der motormanuellen Fällung mit der Motorsäge bis zur Fällung mit großen Erntemaschinen (Harvestern). Das Holz kann mit Pferden oder Maschinen wie zum Beispiel Forwarder, Skiddern oder Seilkränen gerückt werden.

Mit steigender Mechanisierung der Holzernte sinken die Gefahren für die Waldarbeiter. Gleichzeitig nehmen aber auch die Anforderungen an die Fachkenntnisse zu. Hochspezialisierte Forstmaschinen können nur von Profis mit entsprechender Ausbildung bedient werden.

Motormanuelle und mechanisierte Holzernteverfahren

5. Walderschließung

Wichtige Voraussetzung für alle Holzerntearbeiten ist eine zweckmäßige Erschließung des Waldes mit Wegen und Rückgassen.

Walderschließung durch Wege und Rückegassen

6. Zeitpunkt der Holzernte

Harvester (Spezielle Forstmaschine zur Holzernte) bei der Arbeit im Wald im Winter Zoombild vorhanden

(Foto: M. Dög)

Holz wird meist im Herbst oder Winter geerntet. Um den Boden zu schonen eignen sich insbesondere Trocken- oder Frostperioden zum Einschlag und zur Rückung.

Erfolgt die Holzernte im Sommer, muss die Waldarbeit umso vorsichtiger erfolgen. Die Verletzungsgefahr ist bei im Saft stehenden Bäumen größer.

Transportieren Sie im Sommer das Holz zügig aus dem Wald ab. Damit vermeiden Sie Schäden durch Insekten am verbleibenden Bestand.

7. Schlagpflege

Es lässt sich bei Hiebsmaßnehmen nicht immer vermeiden, dass es zu Schäden an im Bestand verbleibenden Bäumen kommt. Nach einer Hiebsmaßnahme sollten Sie immer den Bestand und/oder die Verjüngung nach Schäden absuchen. Stark geschädigte Bäumen sollten Sie entnehmen, um weitere Schäden, zum Beispiel durch Insekten, im Bestand zu vermeiden.

8. Holzmarkt im Auge haben

Informieren Sie sich vor der Holzernte über die aktuellen Preise der anfallenden Holzsortimente.

Der Holzmarkt – von regional bis global

Weitere Informationen