Sortierung für einen fairen Handel
Holzsortimente - Ordnung ins Holz bringen

In Deutschland wird Holz in der Praxis über eine Holzhandelssortierung eingeteilt und danach verkauft. Holz, das nach Eigenschaften und Merkmalen sortiert ist, macht es Waldeigentümern und Kunden einfacher, den optimalen Preis zu finden. Je nach Qualität, Stärke und Sortiment erzielt das Holz unterschiedliche Preise. Werden bereits im Vorfeld die Sortimente mit dem Käufer des Holzes verhandelt, können Sie diese später gezielt beim Einschlag aushalten.

Waldarbeiter misst eine gefällte Fichte mit dem Maßband abZoombild vorhanden

(Foto: J. Böhm)

Bis Ende des Jahres 2008 wurde Holz nach dem Gesetz über die gesetzlichen Handelsklassen für Rohholz (HKS) sortiert. Nachdem die rechtliche Grundlage durch die europäische Union aufgehoben wurde, verlor auch die HKS ihre Gültigkeit.

Eine Nachfolgelösung wird derzeit zwischen Vertretern des Waldeigentums und der Holzabnehmerseite verhandelt. Ein erster Teil der Rahmenvereinbarung für Rohholz wurde bereits für den Bereich Laubholz verabschiedet. Bis auch die weiteren Teile für Nadelholz verhandelt sind, empfiehlt es sich als Grundlage die Regelungen der alten HKS weiter zu nutzen.

Aktueller Stand der Rahmenvereinbarung Rohholz Externer Link

Sortierung nach Qualität

Holz wird grundsätzlich nach drei Arten sortiert: Güte, Stärke und Sortiment. Bei der Sortierung nach Güteklassen ist die Qualität des Holzes entscheidend. Insgesamt werden vier Güteklassen unterschieden. Bei Massensortimenten ist es möglich die mittleren Qualitäten zu einer Mischklasse B/C zusammenzufassen.

Holzmerkmale erkennen und bestimmen

Güteklassen nach Rahmenvereinbarung Rohholz
Bei Einteilung nach Güteklassen sollten Sie baumartentypische Merkmale beachten, die zu einer veränderten Einstufung führen können. Zwischen Verkäufer und Käufer sind abweichende vertragliche vereinbarte Vorgaben möglich.
  • Güteklasse A - Wertholz
    • Bei Einteilung nach Güteklassen sollten Sie baumartentypische Merkmale beachten, die zu einer veränderten Einstufung führen können. Zwischen Verkäufer und Käufer sind abweichende vertraglich vereinbarte Vorgaben möglich.
  • Güteklasse B – Holz normaler Qualität
    • Rundholz von normaler Qualität mit wenigen und/oder mäßig ausgeprägten Qualitätsmerkmalen (Holzmerkmalen).
  • Güteklasse C – Holz von geringer Qualität
    • Rundholz von normaler Qualität mit vermehrt vorkommenden und/oder stärker ausgeprägten Qualitätsmerkmalen (Holzmerkmalen).
  • Güteklasse D - Teilnutzholz
    • Rundholz, das wegen seiner Merkmale nicht den Klassen A, B, C angehört, aber als Stammholz noch gewerblich nutzbar ist.

Sortierung nach Stärke

Die Sortierung nach Stärkeklassen unterscheidet die Hölzer nach ihrem Durchmesser. Bei der Mittenstärkensortierung werden die Stämme auf ganze oder halbe Meter zugeschnitten und der Mittendurchmesser gebildet. Daneben existieren auch noch weitere Sortierungen, die heutzutage aber nicht mehr gebräuchlich sind.

Holz korrekt vermessen

Stärkenklassesortierung
Klasse Mittendurchmesser ohne Rinde
L 1a 10 bis 14 Zentimeter
L 1b 15 bis 19 Zentimeter
L 2a 20 bis 24 Zentimeter
L 2b 25 bis 29 Zentimeter
L 3a 30 bis 34 Zentimeter
L 3b 35 bis 39 Zentimeter
L 4 40 bis 49 Zentimeter
L 5 50 bis 59 Zentimeter
L 6 60 Zentimeter und mehr

Sortierung nach Sortiment

Holzabschnitte von Kiefer an einen Baum gestapeltZoombild vorhanden

Sägerundholz Kiefer
(Foto: J. Böhm)

Eine weitere Sortierung des Holzes erfolgt nach seinen Verwendungszweck. Das größte Sortiment ist das Stammholz oder auch Sägerundholz genannt, das vor allem an Sägewerke geht. Daneben wird Holz noch in einigen anderen Sondersortimenten verkauft. Teilweise erfolgt dabei keine weitere Sortierung nach Stärke oder Qualität.

Einige Sortimente sind regionalspezifisch und werden nur lokal nachgefragt. Auch sind nicht alle Sortimente über eine Holzhandelsvereinbarung erfasst oder geregelt. Sie können aber zwischen Käufer und Verkäufer frei verhandelt werden. Holz, das versteckte Mängel aufweist, muss zudem gesondert ausgewiesen werden. Dies trifft zum Beispiel in folgenden Fällen zu:
  • Splitterholz mit eingewachsenen Granatsplittern
  • Sturmholz mit versteckten Holzfaserbrüchen
  • Hagelholz mit eingewachsenen Harzgallen und Faulflecken.
Holzsortimente/Sondersortimente
  • Stammholz/Sägerundholz
    • Schnittholz für Sägewerke
  • Furnierholz/Schälholz
    • Hochwertiges Holz der Güteklasse A für die Furnierherstellung
  • Palettenholz
    • Nadelholzsortiment der Güteklasse D
  • Parkettholz
    • Laubholz der Güteklasse C oder CD
  • Industrieholz
    • Holz für die mechanische Zerkleinerung (Papier- und Faserplattenherstellung)
    • Abweichende Stärkesortierung in Industrieholz lang (IL) und Industrieholz kurz (IK)
    • Qualitätssortierung in drei Klassen (N = Normal, gesund, nicht grobastig, keine Starke Krümmung; F = Fehlerhaft, leicht faul, grobastig oder krumm, K= Krank, stark faul, jedoch gewerblich nutzbar)
  • Stangenholz
    • Schwaches Holz von 6 bis 20 Zentimeter Durchmesser
  • Energieholz
    • Holz für Hackschnitzel, Pellets, Scheitholz, Brennholz lang
  • Weitere Sortimente
    • Mastenholz
    • Schwellenholz
    • Grubenholz
    • Schichtholz
    • und weitere

Weitere Informationen

Zeichnung eines bayerischen Forstbeamten (Grafik: N. Maushake)
Unser Tipp:

Fragen kostet nichts! Unsere Beratungsförster helfen bei Fragen zu den Holzsortimenten gerne weiter. Mit unserem praktischen Försterfinder können auch Sie schnell Ihren zuständigen Förster finden.  

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