Gemeinsam mehr erreichen
Selbsthilfeeinrichtungen - Von Waldbesitzern für Waldbesitzer

Mehrere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer an Tisch mit Forstbetriebskarte oder Flurstückkarte (Foto: Michael Friedel)Zoombild vorhanden

Foto: Michael Friedel

Waldbesitzer können viele Ziele mit Ihrem Wald haben. Bei Einem steht das Bau- und Brennholz im Vordergrund, bei der Anderen die Natur, beim Dritten ist es vielleicht die Tradition. Hinzu kommen die vielen Aufgaben, die der Wald für die Bevölkerung erbringt, wie beispielsweise als Erholungsraum, Wasserspeicher oder Klimaregulator.

Um die Erfüllung der vielen Ziele und Aufgaben auch im Privatwald sicherzustellen, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, dass sich Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Selbsthilfeeinrichtungen organisieren können. Diese Selbsthilfeeinrichtungen werden auch forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse genannt.

Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbesitzervereinigungen

Waldbesitzer können sich zu einer privatrechtlichen Selbsthilfeeinrichtung zusammenschließen. Diese forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse (FZus) werden als Waldbesitzervereinigung (WBV) oder Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) bezeichnet.
Förster besprüht Holzpolter mit SpraydoseZoombild vorhanden

Foto: Robert Götzfried

Die Selbsthilfeeinrichtungen sollen die Bewirtschaftung der angeschlossenen Waldflächen verbessern. Dabei sollen sie insbesondere die Nachteile geringer Flächengröße, ungünstiger Flächengestalt, der Besitzzersplitterung, der Gemengelage, der unzureichenden Walderschließung oder anderer Strukturmängel überwinden. Darüber hinaus stärken die FZus die Produktions- und Absatzbedingungen in der Forstwirtschaft bei zunehmenden Konzentrationsprozessen auf der Abnehmerseite durch fortlaufende Modernisierung und durch fachliches Wissen.

Das Angebot der FBG und WBV umfasst nach Bundeswaldgesetz folgende Maßnahmen für angeschlossene Waldbesitzer:

  • Ausführen von Forstkulturen und des Forstschutzes.
  • Arbeiten zur Bodenverbesserung und Bestandspflege.
  • Durchführung des Holzeinschlages, der Holzaufarbeitung und der Holzbringung.
  • Absatz bzw. Vermarktung von Holz oder sonstigen Forstprodukten.
  • Bau und Unterhaltung von Wegen.
  • Abstimmung der für die forstwirtschaftliche Erzeugung wesentlichen Vorhaben.
  • Beschaffung und Einsatz von Maschinen und Geräten für zuvor genannte Maßnahmen.
  • Unterstützung bei einzelnen forstlichen Vorhaben, beispielsweise durch betriebsbezogene Beratung und durch Ausführung von forstlichen Maßnahmen.
  • Abstimmung von Betriebsplänen, Betriebsgutachten und Wirtschaftsplänen.
Nicht alle der zuvor genannten Maßnahmen werden von jeder Selbsthilfeeinrichtung angeboten.

Forstwirtschaftliche Vereinigungen

Neben den WBV oder FBG gibt es in Bayern sieben anerkannte Forstwirtschaftliche Vereinigungen. Diese sind Dachorganisationen der WBV bzw. FBG.

Die Aufgaben der Forstwirtschaftlichen Vereinigungen sind nach Bundeswaldgesetz:

  • Unterrichtung und Beratung der Mitglieder sowie Beteiligung an der forstlichen Rahmenplanung.
  • Koordinierung des Absatzes forstlicher Erzeugnisse.
  • Marktgerechte Aufbereitung und Lagerung forstlicher Erzeugnissen
  • Vermarktung der Erzeugnisse der Mitglieder.
  • Beschaffung und Einsatz von Maschinen und Geräten.

Privilegierung und staatliche Unterstützung der Selbsthilfeeinrichtungen

Der Freistaat Bayern unterstützt anerkannte forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse durch Beratung und finanzielle Förderung. Die staatliche Anerkennung setzt voraus, dass die FZus Leistungen erbringen, die über eine rein wirtschaftliche Tätigkeit hinausgehen bzw. der Erfüllung der Vorgaben nach dem Bundeswaldgesetz und dem Bayerischen Waldgesetz förderlich sind.
Die von den anerkannten FZus zu erbringende Leistungen sollen die Waldbesitzerin bzw. den Waldbesitzer dahingehend unterstützen, dass insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
  • Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, damit der Wald seine Leistungen für die Allgemeinheit dauerhaft erbringen kann.
  • Bewahrung oder Herstellung eines standortgemäßen und möglichst naturnahen Zustands des Waldes unter Berücksichtigung des Grundsatzes „Wald vor Wild“.
  • Sichern und Stärken der Schutzfähigkeit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Waldes.
  • Sichern und Erhöhen der Erzeugung von Holz und anderen Naturgütern.
  • Verbesserung von Erholungsmöglichkeiten der Bevölkerung im Wald.
  • Erhalt und Erhöhung der biologischen Vielfalt des Waldes.
Im Bereich der forstwirtschaftlichen Erzeugung und dem Absatz von Forsterzeugnissen sind Forstwirtschaftliche Vereinigungen, sowie anerkannte FBG bzw. WBV vom Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung befreit (§ 40 Bundeswaldgesetz).

Spielfiguren mit rotem Faden verbunden im Wald

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