Blick über den Bergwald (Foto: Jan Böhm)

Schutzwaldsanierung
Erfolge der Schutzwaldsanierung und Sanierungsmaßnahmen

Erfolge der Schutzwaldsanierung

In den Schutzwäldern des bayerischen Alpenraums wurden seit Beginn des Sanierungsprogramms im Jahr 1986 knapp 13 Millionen Bäumchen gepflanzt. Der Anteil der gepflanzten Nadelbaumarten nahm dabei rund 70 Prozent ein. Dies hat einerseits standörtliche und klimatische Gründe, andererseits sind insbesondere die wintergrünen Nadelbaumarten für den Lawinenschutz sehr bedeutsam, da sie einen Teil des Schnees in ihren Kronen festhalten.

Derzeit werden bei knapp zwei Drittel aller bearbeiteten Sanierungsflächen die jeweiligen Sanierungsziele ohne größere Einschränkungen erreicht.

Die Arbeitsschwerpunkte lagen in der Vergangenheit vorrangig bei den Sanierungsflächen mit Objektschutzcharakter. In diesen Bereichen ist auf über 70 Prozent der Flächen eine positive Entwicklung festzustellen. Bei rund einem Viertel der Sanierungsflächen sind die geplanten Maßnahmen bereits abgeschlossen.

Sanierungsmaßnahen

Die Sanierungsarbeiten im Schutzwald lassen sich in zwei Schwerpunktbereiche unterteilen: biologische Maßnahmen, also Pflanzungen, und technische Verbauungen.

Pflanzarbeiten bilden den Arbeitsschwerpunkt bei der Schutzwaldsanierung. Viele Sanierungsflächen sind so stark vergrast, dass sich eine neue Waldgeneration nicht mehr natürlich ansamen kann und die Waldverjüngung künstlich auf dem Weg der Pflanzung eingeleitet werden muss. Die Baumartenwahl richtet sich dabei in erster Linie nach dem Standort, dem noch vorhandenen Altbestand und der natürlichen Waldgesellschaft. Aber auch die vom jeweiligen Bestand zu erfüllenden Schutzfunktionen beeinflussen die Auswahl der Baumarten. Neben den Hauptbaumarten des Bergmischwaldes Fichte, Tanne und Buche werden in größerem Umfang Pionierbaumarten wie zum Beispiel Mehl- oder Vogelbeere gepflanzt, um auf stark degenerierten Sanierungsflächen den Humusabbau zu stoppen und die Neubildung zu fördern.

Technische Maßnahmen, wie Gleitschnee- und Lawinenverbauungen sind aufwendig und teuer. Ein Hektar Gleitschneeverbauung kostet je nach Umfang und Schwierigkeit zwischen 150.000 und 500.000 Euro. Für die Lawinenverbauung ist mit mindestens dem doppelten bis dreifachen Kostenaufwand zu rechnen. Aus diesem Grund sind eine solide Planung und Abwägung aller notwendigen Sanierungsmaßnahmen unverzichtbar. Andererseits verdeutlichen diese Beträge den Wert eines intakten, funktionsfähigen Schutzwaldes und seiner Pflege.

Ziel muss es sein, nach dem Motto "Vorbeugen ist besser und billiger als Heilen" durch vorausschauende Waldpflege und rechtzeitige Waldverjüngung die Schutzfunktionen der Bergwälder zu erhalten und kostenintensive Sanierungsmaßnahmen zu vermeiden.

Bericht zur Schutzwaldsanierung in Bayern

Die Erhaltung und Verbesserung der Schutzwälder im Gebirge ist eine Schwerpunktaufgabe der Bayerischen Forstverwaltung. Im Jahr 2016 jährte sich das Schutzwaldsanierungsprogramm zum 30. Mal.